Die polnische Aktivistin Monika Silva Koniuszek ist in ihrem Haus in Montañita in der Provinz Santa Elena im Westen Ecuadors tot aufgefunden worden, berichteten örtliche Medien.
Auf die Nachricht von ihrem Tod hat die Delegation der Europäischen Union in Ecuador aufmerksam gemacht. Sie forderte eine „rasche“ und „unabhängige“ Untersuchung zur Aufklärung der Umstände des Todes der polnischen Aktivistin. „Die Europäische Union unterstreicht erneut die Bedeutung des Schutzes von Menschenrechtsverteidigern, Journalisten und gesellschaftlichen Aktivisten sowie der Gewährleistung sicherer Bedingungen für die Ausübung bürgerschaftlicher Rechte in Ecuador“, hieß es in einer auf X veröffentlichten Stellungnahme.
Wie die Staatsanwaltschaft Ecuadors und Innenminister John Reimberg bestätigt haben sollen, würden Ermittlungen zur Klärung der Todesursache laufen. „Wir warten auf die Ergebnisse der Obduktion. Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich sagen, dass von einem möglichen Suizid ausgegangen wird. Am Fundort wurden Hinweise entdeckt, die darauf hindeuten könnten. Nach den ersten Aussagen des Lebensgefährten litt die Verstorbene an Depressionen“, sagte Reimberg laut der ecuadorianischen Zeitung „El Comercio“.
Die örtliche Polizei teilte mit, die Einsatzkräfte hätten die Frau nach ihrem Eintreffen am Fundort auf dem Boden liegend vorgefunden. Zudem sei „auf den ersten Blick eine Strangulationsmarke am Hals erkennbar gewesen“. Nach Angaben von „El Comercio“ hatte die Aktivistin über ihre Konten in sozialen Netzwerken wiederholt mitgeteilt, in den vergangenen Monaten Drohungen erhalten zu haben.
Wie „El Comercio“ hervorhob, war Silva in der Provinz Santa Elena eine bekannte Persönlichkeit. Sie leitete die Stiftung La Integridad, die sich für humanitäre Hilfe, den Schutz der Menschenrechte und die Bekämpfung von Korruption einsetzt.
In sozialen Medien bezeichnete sie sich als „Antikorruptionsaktivistin, Verteidigerin der Pachamama (Mutter Erde) und von Ausgrenzung bedrohten Gruppen“. Über ihre Profile hatte sie Informationen über mutmaßliche Missstände in der öffentlichen Verwaltung veröffentlicht. Diese betrafen unter anderem die Vergabe von Aufträgen, den Handel mit Grundstücken, Geldwäsche sowie die Arbeit der Justiz. Silva lebte seit 2014 in Ecuador.
PR/PAP/ps