Deutsche Redaktion

Donald Tusk: Wir erwarten den ersten Schritt seitens der Ukraine

04.07.2026 14:30
Ministerpräsident Donald Tusk hat einen Brief des ehemaligen ukrainischen Präsidenten Wiktor Juschtschenko erhalten. Darin appelliere dieser, die Vergangenheit nicht über die Zukunft bestimmen zu lassen. Polen erwarte nun „den ersten Schritt seitens der Ukraine nach der unglücklichen Entscheidung“ von Präsident Wolodymyr Selenskyj, sagte Tusk.
Donald Tusk wurde am Samstag auf einer Pressekonferenz zu den Beziehungen zwischen Polen und der Ukraine befragt. Wie der Regierungschef erklrte, habe er mehrere Signale von ehemaligen und amtierenden ukrainischen Politikern erhalten, darunter auch von Ex-Prsident Wiktor Juschtschenko.
Donald Tusk wurde am Samstag auf einer Pressekonferenz zu den Beziehungen zwischen Polen und der Ukraine befragt. Wie der Regierungschef erklärte, habe er „mehrere Signale“ von ehemaligen und amtierenden ukrainischen Politikern erhalten, darunter auch von Ex-Präsident Wiktor Juschtschenko.PAP/Tomasz Wojtasik

Donald Tusk wurde am Samstag auf einer Pressekonferenz zu den Beziehungen zwischen Polen und der Ukraine befragt. Wie der Regierungschef erklärte, habe er „mehrere Signale“ von ehemaligen und amtierenden ukrainischen Politikern erhalten, darunter auch von Ex-Präsident Wiktor Juschtschenko. „Der ehemalige Präsident der Ukraine hat sich mit einem sehr herzlichen Appell in einem Brief an mich gewandt. Wir sollten gemeinsam versuchen, die Vergangenheit aufzuarbeiten und dafür zu sorgen, dass sie nicht über die Zukunft bestimmt. Wenn die Vergangenheit unser Handeln bestimmt, wird die Zukunft nicht einfach sein“, sagte Tusk.

Der Ministerpräsident bezeichnete diesen Versuch als lohnenswert. „Wir erwarten von der Ukraine den ersten Schritt nach dieser unglücklichen Entscheidung von Präsident Selenskyj“, sagte er. „Es wäre gut, ein sehr deutliches Signal aus Kyjiw zu hören. Es gibt entsprechende Bemühungen, aber wir möchten das noch klarer vernehmen“, betonte Tusk.

Krise in den polnisch-ukrainischen Beziehungen

Ende Mai gab der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bekannt, einer ukrainischen Militäreinheit den Ehrennamen „Helden der UPA“ (Ukrainische Aufstandsarmee) zu verleihen. Zur Begründung erklärte er, damit historische Traditionen der nationalen Streitkräfte wiederherstellen und die vorbildliche Erfüllung der Aufgaben bei der Verteidigung der territorialen Integrität und Unabhängigkeit der Ukraine würdigen zu wollen.

Die Entscheidung löste in Polen scharfe Kritik aus. Ablehnend äußerten sich unter anderem Ministerpräsident Donald Tusk, Verteidigungsminister und Vizepremier Władysław Kosiniak-Kamysz sowie das Außenministerium. Präsident Karol Nawrocki teilte am 19. Juni mit, Selenskyj den Orden des Weißen Adlers aberkannt zu haben. Einen Tag später schickte Selenskyj die Auszeichnung per Kurier nach Warschau zurück.

Am Freitag sprachen Außenminister Radosław Sikorski und sein ukrainischer Amtskollege Andrij Sybiha in Warschau über die polnisch-ukrainischen Beziehungen.

PAP/ps

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