Der Vorfall ereignete sich am 19. Juli in einer Wohnung in Duisburg in Nordrhein-Westfalen. Nach Angaben der Polizei hatte sich der 37-Jährige in einem Badezimmer eingeschlossen, laut geschrien und nicht auf die Beamten reagiert. Während des Einsatzes verlor er das Bewusstsein und musste noch vor Ort von Rettungskräften reanimiert werden. Nach zunächst erfolgreicher Wiederbelebung wurde der Mann in ein Krankenhaus gebracht, wo er kurze Zeit später starb.
Nach Angaben der Polizei deuten die vorläufigen Ergebnisse der Obduktion auf Sauerstoffmangel als Todesursache hin. Zudem gebe es Hinweise auf eine mögliche Intoxikation. Für eine abschließende Bewertung müssten jedoch noch die Ergebnisse toxikologischer Untersuchungen abgewartet werden.
Die Ermittlungen richten sich gegen sechs Polizeibeamte sowie zwei Mitarbeiter des Rettungsdienstes. Untersucht wird insbesondere, ob die Fixierung des gefesselten Mannes in Bauchlage zu seinem Tod beigetragen haben könnte.
Der Vater des Verstorbenen, Dariusz Pogorzelski, erklärte der Nachrichtenagentur PAP, bislang habe die Familie keine Informationen von der Staatsanwaltschaft erhalten. Nach seinen Angaben seien zahlreiche Fragen zum Ablauf des Polizeieinsatzes weiterhin ungeklärt, unter anderem, wer sich außer seinem Sohn in der Wohnung befand und weshalb dieser im Badezimmer eingeschlossen gewesen sei.
Auch der Westdeutsche Rundfunk (WDR) berichtete, dass nach dem tödlichen Einsatz zahlreiche Fragen offen seien.
Die Fixierung gefesselter Personen in Bauchlage gilt als besonders risikoreich, da sie die Atmung erheblich beeinträchtigen kann. In Nordrhein-Westfalen laufen derzeit drei Ermittlungsverfahren wegen Polizeieinsätzen, bei denen diese Methode angewandt wurde. In zwei Fällen starben die Betroffenen, in einem weiteren liegt der Festgenommene im Koma.
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul zeigte sich betroffen über den Tod des 37-Jährigen. „Jeder Todesfall während eines Polizeieinsatzes ist inakzeptabel. Das gefällt mir nicht, das will ich nicht – niemand will das“, sagte er dem WDR. Die Aufgabe der Staatsanwaltschaft sei nun zu klären, ob bei dem Einsatz Fehler gemacht worden seien.
PAP/WDR/jc