Deutsche Redaktion
Folge uns auf Google

Folge uns auf Google, um unsere News immer ganz oben zu sehen.

"Dieser Wilde Westen muss enden." Polen beantragt 250-Millionen-Euro-Strafe gegen Meta

27.08.2026 10:11
Polen wirft Meta Versäumnisse im Kampf gegen betrügerische Anzeigen vor und fordert von der EU-Kommission eine Strafe von 250 Millionen Euro. Von 122 gemeldeten Scam-Anzeigen seien 106 nicht gelöscht worden.
Zdjęcie ilustracyjne
Zdjęcie ilustracyjneShutterstock

Warschau/Brüssel – Polen fordert von der EU-Kommission ein Verfahren gegen Meta wegen betrügerischer Werbung auf Facebook und Instagram. Digitalminister Krzysztof Gawkowski beantragte nach eigenen Angaben formell, gegen den Konzern eine Strafe von 250 Millionen Euro zu verhängen. In dem Schreiben verweist das Ministerium auf 122 bei Meta gemeldete Anzeigen, die als Betrug eingestuft worden seien; in 106 Fällen seien sie nicht entfernt worden.

Gawkowski, der auch stellvertretender Ministerpräsident ist, wirft Meta Untätigkeit und mangelnde Wirksamkeit im Umgang mit schädlichen Inhalten vor. „Digitale Plattformen müssen die volle Verantwortung für ihr Handeln tragen“, schrieb er in sozialen Medien. Nach der Analyse von Unterlagen, darunter Informationen von Meta selbst, sowie weiterer Medienberichte über fehlende Kontrolle veröffentlichter Inhalte habe er den Antrag an Brüssel geschickt. „Dieser wilde Westen auf der Plattform muss ein Ende haben“, erklärte der Minister.

Nach Angaben des Digitalministeriums verschwanden von den 122 gemeldeten mutmaßlichen Betrugsanzeigen lediglich 10 aus dem Netz. In 6 Fällen habe Meta keine Auskunft gegeben. Zudem seien Konten, über die solche Anzeigen veröffentlicht worden seien, nicht gesperrt worden. Gawkowski rief den Konzern auf, umgehend wirksame Instrumente gegen Scam, gefälschte Werbung und die Bewerbung illegaler Anwendungen einzuführen.

Deep-Fakes mit InPost-Chef Brzoska

Der Konflikt hatte sich zuvor durch gefälschte Anzeigen mit bekannten Personen zugespitzt. Unter anderem zeigte eine auf Facebook verbreitete Werbung den InPost-Chef Rafał Brzoska in Handschellen und im Umfeld von Polizisten. Das polnische Digitalministerium hatte Meta daraufhin um detaillierte Informationen zu betrügerischen Anzeigen auf Facebook und Instagram in Polen gebeten.

Die Antwort des Unternehmens stellte Gawkowski nicht zufrieden. Nach seiner Darstellung räumte Meta ein, dass „das Problem betrügerischer Anzeigen existiert und ein enormes Ausmaß hat“. Zugleich lasse das Schreiben „viele Fragen offen“ und nenne keine überzeugenden, wirksamen Methoden zum Schutz der Nutzer.

Rechtsgrundlage für mögliche Schritte auf EU-Ebene ist der Digital Services Act, der großen Online-Plattformen Pflichten unter anderem beim Umgang mit illegalen Inhalten, Risiken und Transparenz auferlegt. Davon zu unterscheiden ist das polnische Ausführungsgesetz zum DSA, das nationale Zuständigkeiten und Verfahren regeln soll. Ein entsprechendes Gesetz wurde im Januar von Präsident Karol Nawrocki per Veto blockiert; im Sejm wird derzeit ein neuer Entwurf beraten.

IAR/adn

Polnische KI "Bielik" übertrifft Meta-Modelle in internationalem Benchmark

06.01.2026 12:33
Die neueste Version Bielik v3 erreichte im mehrsprachigen EuroEval-Benchmark der Basismodelle den vierten Platz weltweit und lag damit vor etablierten Systemen wie Metas Llama.

"Größte A-Serie der Geschichte". Polnisches KI-Start-up sammelt 274 Millionen Złoty ein

20.05.2026 11:45
Das Unternehmen entwickelt ein KI-gestütztes Werkzeug, das in Firmen wie ein „digitaler Mitarbeiter" arbeiten soll – und nicht wie ein gewöhnlicher Chatbot.

Russische Desinformation vergiftet KI-Systeme

06.07.2026 08:40
Russland überschwemmt das Internet gezielt mit Propaganda, um Systeme der Künstlichen Intelligenz zu beeinflussen. Davor warnt ein polnischer Regierungsbeauftragter für die Bekämpfung von Desinformation.

Russische Desinformation will Polen und Tschechen entzweien

26.08.2026 06:00
Ein fingierter Protest zum Schutz der Grenzen in der Region Teschener Schlesien, ein gefälschtes diplomatisches Schreiben und Hackerangriffe sollen antipolnische Stimmungen in Tschechien schüren. Hinter der Provokation stehen wahrscheinlich russische Geheimdienste, berichtetedas tschechische Nachrichtenportal „Seznam Zprávy“. 

„Wer gibt mehr?" - Verliert der Westen den Informationskrieg? - Dilemmata der Selbstvermarktung

26.08.2026 12:51
Die Parteien in Polen führen einmal mehr mit Steuerversprechen Wahlkampf, ganz so als sei die Zeit 2015 stehen geblieben, kritisiert das Wirtschaftsblatt Dziennik/Gazeta Prawna. Außerdem: Verliert Europa den Informationskrieg gegen Russland – und wie könnte eine sinnvolle Gegenoffensive überhaupt aussehen? Und: Polen genießt weltweit das beste Ansehen seiner Geschichte. Warum gerät die eigene Selbstdarstellung dann so schief? Mehr dazu in der Presseschau.