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Sikorski: Putin macht mit Angriffen in Europa einen Fehler

15.09.2026 10:47
Der russische Präsident Wladimir Putin macht nach Einschätzung des Außenministers Radosław Sikorski mit hybriden Angriffen in Europa einen Fehler. Sie führten dazu, dass die Bedrohung durch Russland in Europa zunehmend erkannt werde, sagte Sikorski dem US-Sender CNN. Bedingungen für eine Waffenruhe könnten sich seiner Einschätzung nach im kommenden Jahr ergeben.
Polens Auenminister Radosław Sikorski
Polens Außenminister Radosław SikorskiFoto: PAP/Vladyslav Musiienko

Putin verstehe „grundsätzlich nicht die Psychologie von Demokratien“, sagte Sikorski. Mit seinen Angriffen in Osteuropa liefere er Argumente für deutlich höhere Verteidigungsausgaben. Angriffe auf Großbritannien und Deutschland machten zudem deutlich, dass es sich nicht nur um ein osteuropäisches, sondern um ein gesamteuropäisches Problem handle.

Sikorski betonte, Europa trage seit Januar 2025 die Kosten für die Unterstützung der Ukraine vollständig, da die USA dazu keinen finanziellen Beitrag leisteten. Die Ausgaben seien jedoch eine Investition in die eigene Sicherheit. Eine Abschreckung Russlands nach einer möglichen Eroberung der Ukraine wäre weitaus kostspieliger.

Zugleich äußerte sich Sikorski skeptisch über die Bereitschaft Putins zu einem Kompromiss. Russland könne die Ukraine nicht erobern und versuche deshalb, möglichst große Gebietsgewinne zu erreichen. Derzeit erhebe Moskau insbesondere Ansprüche auf den gesamten Donbass.

Putin habe nach Einschätzung Sikorskis noch zwei Möglichkeiten, den Druck auf die Ukraine zu erhöhen: eine neue Mobilisierung in Russland und eine besonders harte Winterperiode. Moskau zerstöre gezielt die zivile Energieversorgung der Ukraine und hoffe, dadurch die Bevölkerung zu brechen. Auch diese Strategie werde jedoch nicht die militärische Fähigkeit der Ukraine entscheidend beeinträchtigen, die Front zu halten.

Sollten beide Mittel nicht zum Erfolg führen, könnten sich nach Sikorskis Einschätzung im kommenden Jahr die Voraussetzungen für eine Waffenruhe und ernsthafte Verhandlungen ergeben. Über mögliche Kompromisse wolle er nicht spekulieren. Entscheidungen über schmerzhafte Zugeständnisse müsse die Ukraine selbst und im eigenen Interesse treffen, betonte der Außenminister.


CNN/PAP/jc 

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