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Streit um Afghanistan: Sikorski kritisiert Hegseth

19.10.2026 07:05
Radosław Sikorski hat Äußerungen des US-Kriegsministers Pete Hegseth zum Einsatz der Verbündeten in Afghanistan kritisiert. Polens Chefdiplomat hat an während ihres Einsatzes in der Provinz Ghazni getöteten Soldaten erinnert. Zuvor hatte sich der US-Vertreter mit scherzhaften Anekdoten über die Beteiligung der Koalitionstruppen am Militäreinsatz geäußert.
Polens Vizepremier und Auenminister Radosław Sikorski hat auf X Stellung zu den uerungen des US-Kriegsministers genommen. Sagen Sie das bitte den Familien der 44 polnischen Soldaten, die bei der Sicherung der schwierigen Provinz Ghazni ums Leben kamen, Herr Minister, schrieb Sikorski.
Polens Vizepremier und Außenminister Radosław Sikorski hat auf X Stellung zu den Äußerungen des US-Kriegsministers genommen. „Sagen Sie das bitte den Familien der 44 polnischen Soldaten, die bei der Sicherung der schwierigen Provinz Ghazni ums Leben kamen, Herr Minister“, schrieb Sikorski.Radek Pietruszka/PAP

Pete Hegseth hat am Samstag an der University of Tennessee vor Teilnehmern eines militärischen Ausbildungsprogramms über seinen eigenen Dienst in Afghanistan gesprochen. Er habe am Hauptquartier der alliierten Streitkräfte in Kabul die Flaggen von rund 50 Staaten gesehen.

Den tatsächlichen Beitrag der Länder zu den Kampfhandlungen bewertete er jedoch als gering. Nur wenige hätten sich wirklich daran beteiligt. Zudem spielte er auf die Abkürzung ISAF an. Sie steht für die International Security Assistance Force, die von 2001 bis 2014 unter Führung der NATO in Afghanistan im Einsatz war. Hegseth zufolge hätten Soldaten daraus scherzhaft die Formulierung „I Saw Americans Fighting“ („Ich sah Amerikaner kämpfen“) gemacht.

Polens Außenminister fordert Respekt
Polens Vizepremier und Außenminister Radosław Sikorski hat auf X Stellung zu den Äußerungen des US-Kriegsministers genommen. „Sagen Sie das bitte den Familien der 44 polnischen Soldaten, die bei der Sicherung der schwierigen Provinz Ghazni ums Leben kamen, Herr Minister“, schrieb Sikorski.

Auch Jan Grabiec, der Leiter der Kanzlei des polnischen Ministerpräsidenten, hat sich zu dem Vorfall geäußert. Seiner Ansicht nach schulde man den polnischen Soldaten eine Anerkennung ihrer Leistungen. Neben den 44 Gefallenen seien auch Hunderte Polen während des Afghanistan-Einsatzes verletzt worden, erinnerte der Politiker.

Neue Rhetorik der Trump-Regierung

Polnische Soldaten waren fast zwei Jahrzehnte lang in Afghanistan im Einsatz. Polen war unter anderem für die Operationen in der Provinz Ghazni verantwortlich. Einer der schwierigsten Regionen des Landes. Während des NATO-Einsatzes in Afghanistan von 2001 bis 2021 kamen rund 3.500 Soldaten der Bündnisstaaten ums Leben. Etwa 2.500 von ihnen waren Amerikaner. Mehr als 1.100 weitere Todesopfer entfielen auf die Verbündeten der USA.

Hegseths Äußerungen stehen im Einklang mit der Rhetorik der derzeitigen US-Regierung. Bereits im Januar hatte Donald Trump die Beteiligung der NATO-Partner am Afghanistan-Einsatz in ähnlich abfälliger Weise beschrieben. Seine Aussage, die Verbündeten seien „ein wenig weiter hinten, etwas abseits der Frontlinie“ geblieben, hatte beiderseits des Atlantiks Empörung und Proteste ausgelöst.

RMF24/ps

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