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Kiew greift neue Ziele in Russland an

30.10.2026 06:00
Russland sieht sich einer neuen Welle ukrainischer Luftangriffe ausgesetzt. Diese richten sich inzwischen nicht mehr nur gegen den Energiesektor. Gezielte Schläge gegen die Stahlproduktion treffen das Fundament der russischen Wirtschaft und die Vermögen führender Oligarchen.
Die ukrainischen Angriffe knnten die russische Stahlindustrie vor noch grere Probleme stellen. Nach der Einfhrung westlicher Sanktionen hat die Branche ein Drittel ihrer Exportmrkte verloren.
Die ukrainischen Angriffe könnten die russische Stahlindustrie vor noch größere Probleme stellen. Nach der Einführung westlicher Sanktionen hat die Branche ein Drittel ihrer Exportmärkte verloren. wikipedia commons

Russische Metallurgiebetriebe geraten zunehmend ins Visier ukrainischer Drohnenangriffe. Zuvor hatte die Regierung von US-Präsident Donald Trump Kiew unter Androhung eines Entzugs des Zugangs zu Starlink-Daten dazu bewegt, die Angriffe auf Ölraffinerien einzustellen.

Von Jahresbeginn bis Mitte Oktober haben die ukrainischen Streitkräfte mindestens 114-mal Ölraffinerien auf russischem Gebiet angegriffen. In der Folge sank die Ölverarbeitung im Land um ein Drittel. Zudem lösten die Angriffe eine Kraftstoffkrise aus, die Regionen von Sibirien bis Moskau erfasste. Im Oktober wurden die Angriffe jedoch eingestellt. Dies geschah wenige Tage nach einer Vereinbarung zwischen Russland und den USA über Dieselkraftstoff.

Im Oktober gerieten stattdessen Stahlwerke ins Visier ukrainischer Drohnen. Am Montag, dem 26. Oktober, wurde der Bergbau- und Aufbereitungsbetrieb Jakowlewski angegriffen. Er gehört zum Unternehmen Severstal des Milliardärs Alexei Mordaschow. Die Anlage war teilweise von der Stromversorgung abgeschnitten. Deshalb mussten die Bergleute an die Oberfläche gebracht werden. Nach einem vorangegangenen Angriff Anfang Oktober hatte der Betrieb seine Arbeit bereits eingeschränkt.

Zwei Tage später geriet das Nowolipezker Metallurgische Kombinat unter Beschuss. Es gehört dem Milliardär Wladimir Lisin. Das größte Stahlwerk Russlands produziert rund 20 Prozent des gesamten Stahls im Land. OSINT-Analysen zufolge wurde die Anlage mit Storm-Shadow-Raketen angegriffen. Auf dem Werksgelände brach ein Feuer aus.

Die ukrainischen Angriffe könnten die russische Stahlindustrie vor noch größere Probleme stellen. Nach der Einführung westlicher Sanktionen hat die Branche ein Drittel ihrer Exportmärkte verloren. Anschließend musste sie einen starken Rückgang der Inlandsnachfrage verkraften. Gründe dafür sind die Flaute im Bausektor, die Konjunkturabschwächung und die hohen Zinsen.

The Moscow Times/PR/ps

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