Innenminister Marcin Kierwiński hat die häufigen Warnmeldungen des Regierungszentrums für Sicherheit gegen Kritik verteidigt. Bei russischen Luftangriffen auf die Ukraine lasse sich nicht verlässlich einschätzen, ob eine Drohne die polnische Grenze erreiche. Eine Warn-App solle bis Ende des Jahres einsatzbereit sein. Ein Alarm für Mobiltelefone ohne installierte App sei bis September 2027 vorgesehen.
„Niemand kann sagen, ob eine Drohne einen Kilometer vor der polnischen Grenze einschlägt oder zwei Kilometer dahinter“, sagte Kierwiński im dritten Programm des Polnischen Rundfunks. Deshalb blieben die bisherigen RCB-Warnungen notwendig, bis das neue System funktioniere.
Die App sei technisch fertig und werde derzeit von Fachleuten getestet, erklärte der Minister. Mit Mobilfunkanbietern liefen zugleich Abstimmungen über ein System, das Handys in einem Gefahrengebiet auch ohne App warnen kann. Kierwiński sprach von der schnellsten Einführung eines solchen Systems in der Europäischen Union.
Am Morgen hatte das RCB zunächst für die Woiwodschaften Lublin und Karpatenvorland vor einer möglichen Gefahr aus der Luft gewarnt. Die Entwarnung erfolgte vor 8 Uhr. Nach 9 Uhr wurde für Teile der Woiwodschaft Lublin erneut Alarm ausgelöst. Das Operationskommando der Streitkräfte erklärte nach dem ersten Alarm, eine Verletzung des polnischen Luftraums sei nicht festgestellt worden.
Anlass waren schwere russische Luftangriffe auf Kyjiw und die umliegende Region.
IAR/adn