Deutsche Redaktion
Folge uns auf Google

Folge uns auf Google, um unsere News immer ganz oben zu sehen.

Verfassungsgericht plant Haushalt 2027. Seine Beschlussfähigkeit bleibt offen

02.11.2026 11:33
Am Dienstag soll die Richterversammlung über den Haushalt 2027 beraten. Doch Gerichtspräsident Święczkowski kündigt einen Boykott an. Auchdie Behandlung suspendierter und umstrittener Mitglieder bleibt ungeklärt.
Demonstration vor dem Verfassungsgericht in Warschau am 1. dieses Monats. Die Krise im Verfassungsgericht entstand, nachdem bekannt wurde, dass die Ttigkeit des Prsidenten des Verfassungsgerichts, Bogdan Święczkowski, und des Vizeprsidenten, Bartłomiej Sochański, ausgesetzt worden war. Anna Korwin-Piotrowska wurde als Richterin mit der lngsten
Demonstration vor dem Verfassungsgericht in Warschau am 1. dieses Monats. Die Krise im Verfassungsgericht entstand, nachdem bekannt wurde, dass die Tätigkeit des Präsidenten des Verfassungsgerichts, Bogdan Święczkowski, und des Vizepräsidenten, Bartłomiej Sochański, ausgesetzt worden war. Anna Korwin-Piotrowska wurde als Richterin mit der längsten Foto: PAP/Paweł Supernak

Die Generalversammlung der Richter des polnischen Verfassungsgerichts soll am Dienstag voraussichtlich um 15.30 Uhr in Warschau zusammentreten. Ob sie beschlussfähig ist, bleibt offen. Das sagte die Richterin Anna Korwin-Piotrowska, die derzeit die Arbeit des Gerichts leitet.

Ausgangspunkt ist die gesetzliche Gesamtzahl von 15 Richtern. Für die Beschlussfähigkeit seien zwei Drittel dieser Zahl erforderlich, erklärte Korwin-Piotrowska. Ob und wie die Suspendierung von Gerichtspräsident Bogdan Święczkowski und Vizepräsident Bartłomiej Sochański sowie der umstrittene Status einzelner Mitglieder dabei zu berücksichtigen sind, solle die Versammlung selbst entscheiden.

Im Mittelpunkt steht das Haushaltsprojekt des Gerichts für 2027. Korwin-Piotrowska hatte am Sonntag außerdem angekündigt, per Anordnung eine Auslosung von Richtergruppen für Disziplinarverfahren gegen Święczkowski und Sochański auf die Tagesordnung setzen zu wollen. Die einmonatige Suspendierung, ein mögliches Disziplinarverfahren und Fragen der Immunität sind voneinander getrennte Verfahren.

Ein Teil der Richter kündigt Boykott an

Święczkowski kündigte an, er und weitere Richter würden an der von Korwin-Piotrowska einberufenen Versammlung nicht teilnehmen. Er bestreitet deren Befugnis, die Generalversammlung einzuberufen. Korwin-Piotrowska erklärte zugleich, eine kursierende Erklärung, die sieben Richtern zugeschrieben wird, sei nicht unterzeichnet. Daher sei ihre Urheberschaft nicht gesichert.

Vizejustizminister Dariusz Mazur sagte, die Vorgänge am Gericht seien nicht mit seinem Ministerium abgestimmt worden. Er bekräftigte zudem die Interpretation, laut der die Supendierung Święczkowskis und seines Vize rechtskonform gewesen seien. 

PAP/adn

Polens Verfassungsgericht: Ein jahrelanger Konflikt erreicht seinen Höhepunkt

31.10.2026 22:50
Der Konflikt um das polnische Verfassungsgericht (Trybunał Konstytucyjny, TK) gehört zu den kompliziertesten und zugleich wichtigsten politischen und juristischen Auseinandersetzungen im Polen des 21. Jahrhunderts. Aus Sicht des durchschnittlichen Bürgers mag der Streit um Richterposten wie eine abstrakte Debatte unter Juristen erscheinen. Tatsächlich geht es jedoch um die Grundfesten des Staates: Wer legt das Recht letztverbindlich aus? Welche Vorschriften gelten für die Bürger? Und unterliegen die Entscheidungen der Regierung einer unabhängigen Kontrolle

Tusk wirft politischen Gegnern „Dummheit“ und „Verrat“ vor

31.10.2026 22:55
Polens Ministerpräsident Donald Tusk hat seinen politischen Gegnern im eskalierten Streit um das Verfassungsgericht vorgeworfen, die Demokratie und den Rechtsstaat zu zerstören. In einer Fernsehansprache sprach er von möglichen Motiven wie „Gier, Dummheit oder Verrat“. In bestimmten Fragen könne es keinen Kompromiss geben, betonte der Regierungschef.

Politico: EU-Kommission unterstützt Polens Regierungschef im Streit um Verfassungsgericht

02.11.2026 06:30
Der Europäischen Kommission zufolge müsse das polnische Parlament das Recht haben, neue Richter des Verfassungsgerichts zu ernennen. Damit stärkt sie Ministerpräsident Donald Tusk in dem sich zuspitzenden Konflikt um das höchste Gericht des Landes, berichtet Politico.