Deutsche Redaktion

Ukraine und USA einigen sich auf vorläufiges Rohstoffabkommen

26.02.2025 21:50
Die Ukraine und die USA haben sich auf die Bedingungen eines vorläufigen Abkommens geeinigt, das den Vereinigten Staaten Zugang zu ukrainischen Vorkommen seltener Erden gewährt. Das bestätigte die Regierung in Kiew am Mittwoch. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte die Hoffnung, dass das Abkommen „zu weiteren Vereinbarungen“ führen werde, betonte jedoch, dass bisher keine Sicherheitsgarantien durch die USA vereinbart wurden. 
Donald Trump
Donald TrumpPAP/EPA/BONNIE CASH / POOL

US-Präsident Donald Trump erklärte, das Abkommen werde den amerikanischen Steuerzahlern helfen, „ihr Geld zurückzubekommen“ für die an die Ukraine geleistete Unterstützung und Kiew das „Recht zu kämpfen“ gegen Russland sichern.

Investitionsfonds für Wiederaufbau geplant

Laut dem ukrainischen Premierminister Denys Schmyhal sieht die Vereinbarung die Einrichtung eines Investitionsfonds für den Wiederaufbau der Ukraine vor. Dieser soll von Kiew und Washington gemeinsam verwaltet werden. Die Ukraine werde 50 Prozent der zukünftigen Einnahmen aus staatseigenen Mineralressourcen, Öl- und Gasvorkommen in den Fonds einzahlen. Die USA sollen nach Berichten der New York Times den maximal nach US-Recht zulässigen Anteil am Fonds erhalten.

Selenskyj bestätigte die Existenz des Fonds, betonte jedoch gegenüber der BBC, dass es „zu früh sei, über Geld zu sprechen“. Unklar bleibt, ob das Abkommen eine Sicherheitsgarantie für die Ukraine beinhaltet – eine Forderung, die Selenskyj nach eigenen Angaben gegenüber Trump gestellt hatte.

Unterzeichnung in Washington geplant

Laut Schmyhal haben beide Seiten eine endgültige Version des Abkommens vorbereitet, die am Mittwoch von der ukrainischen Regierung zur Unterzeichnung freigegeben werden soll. Selenskyj will am Freitag in Washington mit Trump zusammentreffen, um das Abkommen zu unterzeichnen.

Die USA haben der Ukraine nach Angaben Trumps zwischen 300 und 350 Milliarden US-Dollar an Hilfe geleistet. Er erklärte, er wolle „dieses Geld zurückhaben“. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft schätzt die US-Unterstützung für die Ukraine hingegen auf rund 119 Milliarden US-Dollar.

Russland zeigt sich unbeeindruckt

Der russische Präsident Wladimir Putin äußerte sich bislang nicht zu dem Abkommen. In einem Fernsehinterview erklärte er jedoch, Russland verfüge über „wesentlich größere“ Vorkommen seltener Erden als die Ukraine. Gleichzeitig bot er amerikanischen Partnern eine Zusammenarbeit beim Rohstoffabbau in den von Russland besetzten Gebieten der Ostukraine an.

Laut der ukrainischen Regierung befinden sich Mineralien im Wert von rund 350 Milliarden US-Dollar in russisch kontrollierten Gebieten.

Die Ukraine verfügt über bedeutende Vorkommen an Titan, Lithium und seltenen Erden, die für Elektronik, Windturbinen und Waffenproduktion benötigt werden. Experten warnen jedoch, dass ein Abbau in der Ukraine derzeit durch Landminen und die Kriegsfolgen erheblich erschwert wird.


PAP/BBC/jc

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