Deutsche Redaktion

„Polizei plant Alkohol- und Drogentests für Vorgesetzte"

07.05.2026 13:30
Regelmäßige Alkohol- und Drogentests für Polizisten sind unerlässlich. Nur eine entschiedene Reaktion und strengere Kontrollmechanismen können das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Polizei wiederherstellen. Seit Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine leben die politischen, wirtschaftlichen und militärischen Eliten Russlands in einer Atmosphäre wachsender Angst. Ein Teil von ihnen entscheidet sich für die stille Flucht ins Ausland. Im heutigen Russland gebe es drei Formen der „Abkehr“ von Putins System: die verbale, die geografische und die endgültige. Und: Polen nimmt den größten Kredit seiner Geschichte auf. Fast 44 Milliarden Euro für Rüstung im Rahmen des SAFE-Programms der EU. Was genau gekauft werden soll, bleibe geheim. Mehr dazu in der Presseschau.
Der Fall des stellvertretenden Leiters eines Polizeireviers im Warschauer Stadtteil Wola, Olgierd B., sorgt weiter fr Aufsehen. Der Beamte hatte mit 1,5 Promille Alkohol im Blut einen Verkehrsunfall verursacht. Ein Drogentest habe zudem auf Kokainkonsum hingedeutet. Nach dem Vorfall wolle die Warschauer Polizei nun Alkoholkontrollen fr ihre Fhru
Der Fall des stellvertretenden Leiters eines Polizeireviers im Warschauer Stadtteil Wola, Olgierd B., sorgt weiter für Aufsehen. Der Beamte hatte mit 1,5 Promille Alkohol im Blut einen Verkehrsunfall verursacht. Ein Drogentest habe zudem auf Kokainkonsum hingedeutet. Nach dem Vorfall wolle die Warschauer Polizei nun Alkoholkontrollen für ihre FühruPiotr Jedzura/East News

Rzeczpospolita: Polizei plant Alkohol- und Drogenkontrollen für Vorgesetzte
Der Fall des stellvertretenden Leiters eines Polizeireviers im Warschauer Stadtteil Wola, Olgierd B., sorgt weiter für Aufsehen. Der Beamte hatte mit 1,5 Promille Alkohol im Blut einen Verkehrsunfall verursacht. Ein Drogentest habe zudem auf Kokainkonsum hingedeutet. Nach dem Vorfall wolle die Warschauer Polizei nun Alkoholkontrollen für ihre Führungskräfte einführen, berichtet die „Rzeczpospolita“. Bislang hätte man in Polizeidienststellen bei Zweifeln an der Dienstfähigkeit stichprobenartige Kontrollen durchgeführt. In der Praxis würde dies allerdings meist nur in eine Richtung funktionieren – kaum jemand wage es, seinen Vorgesetzten mit einem Alkoholtester zu prüfen. Jetzt soll jeder Beamte und Mitarbeiter – unabhängig von Funktion, Rang oder Dienstgrad – solchen Kontrollen unterzogen werden können. Führungskräfte sollen zudem auf Drogen getestet werden. Wie wir lesen, sollen nämlich Alkohol und zunehmend auch Drogen bei der Polizei ein immer größeres Problem sein.

Der spektakuläre Unfall des Vizekommandanten sei kein Einzelfall, heißt es weiter. Ähnliche Skandale habe es bereits mehrfach gegeben. Im vergangenen Jahr sollen demnach 111 Polizisten unter Alkoholeinfluss am Steuer ihres Privatwagens oder alkoholisiert zum Dienst erschienen sein. In diesem Jahr habe man bis April bereits fast 40 solcher Fälle registriert. Bei fünf kam es zu Verkehrsunfällen. Bei einem habe ein Polizist sogar versucht, vom Unfallort zu flüchten, bei einem anderen hatte ein betrunkener Polizist selbst Alkoholtests bei Autofahrern durchgeführt. Die Folgen seien aber nicht nur ein Imageschaden, schreibt das Blatt. Der inzwischen abberufene Vizekommandant des Warschau-Wola-Stadtteils habe die Kriminalabteilung geleitet und war damit für Ermittlungen zu schweren Straftaten zuständig.

Immer häufiger würden zudem Verbindungen von Polizisten zur Drogenszene ans Licht kommen, fährt das Blatt fort. Im vergangenen Jahr sei die Zahl der Verdachtsfälle um fast 70 Prozent gestiegen. Der frühere Polizeioffizier und Professor Tomasz Safjański spricht von einer Krise innerhalb der Polizei, die entschlossene Maßnahmen erfordere. Angesichts des Ausmaßes des Problems seien verpflichtende und regelmäßige Alkohol- und Drogentests für Polizisten unerlässlich. „Nur eine entschiedene Reaktion und strengere Kontrollmechanismen können das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Polizei wiederherstellen“, sagt Safjański abschließend in der Rzeczpospolita.

Dziennik/Gazeta Prawna: Flucht aus Putins System: Nervosität in Russlands Eliten
Die Flucht des früheren russischen Vizeministers für natürliche Ressourcen, Denis Bucajew, in die USA gelte als weiteres Zeichen einer wachsenden Krise innerhalb der russischen Eliten, schreibt Michał Kaźmierczak in DGP. Nach Angaben unabhängiger russischer Medien habe der ehemalige Regierungsvertreter das Land im April verlassen – kurz nachdem er seinen Posten verloren hatte und Berichte über Korruptionsermittlungen gegen ihn aufgetaucht waren. Unter den Bedingungen des Systems von Wladimir Putin bedeute ein solcher Schritt weit mehr als eine gewöhnliche Emigration, heißt es im Blatt. Immer häufiger werde er als Zeichen des schwindenden Vertrauens in die Stabilität des Systems und wachsender Sorge um Russlands Zukunft gewertet.

Seit Beginn der russischen Invasion der Ukraine sollen die politischen, wirtschaftlichen und militärischen Eliten Russlands in einer Atmosphäre wachsender Angst leben. Der Druck der Sicherheitsapparate, Sanktionen, interne Konflikte sowie die Unsicherheit über den weiteren Kriegsverlauf würden dazu führen, dass sich ein Teil der mit der Macht verbundenen Akteure zu radikalen Schritten entschließe – von offenem Protest bis hin zur stillen Flucht ins Ausland. Im russischen System bedeute der Verlust von Einfluss sehr oft nämlich auch den Verlust persönlicher Sicherheit. Viele ehemalige Funktionäre, Oligarchen und Militärs würden sich genau an das Schicksal jener erinnern, die in Konflikt mit dem Kreml geraten sind. In den vergangenen Jahren habe es wiederholt Berichte über mysteriöse Todesfälle von Vertretern der Energiebranche, des Militärs sowie von Personen aus der staatlichen Verwaltung gegeben, lesen wir. Experten nach soll die aktuelle Lage an die Phasen größter Spannungen in der Geschichte der Sowjetunion erinnern, heißt es weiter. Fluchtwellen unter den Eliten traten bereits während der stalinistischen Säuberungen, nach dem Tod von Josef Stalin sowie in der Endphase des Zerfalls der UdSSR auf. Auch damals kämen Teile der Funktionäre zu dem Schluss, dass das System ihre Sicherheit nicht mehr garantiere.

Im heutigen Russland gebe es drei Formen der „Abkehr“ von Putins System: die verbale, die geografische und die endgültige, erkläre Analyst Kevin Riehle, zitiert vom Online-Blatt „Moscow Times“. Die erste Form bestehe in der öffentlichen Kritik des Kremls oder Veröffentlichung heikler Informationen über den Krieg oder die Funktionsweise des Staates. Es sei die seltenste Form des Protests. Sie werde mit langen Haftstrafen, Anklagen wegen Landesverrats oder auch zwangspsychiatrischer Behandlung bestraft. Die zweite Form der „Flucht“ bezeichne Riehle als endgültige Flucht - den Tod. In den vergangenen Jahren habe Russland eine Serie mysteriöser Todesfälle von Personen aus Wirtschaft, Energiesektor und Staatsverwaltung erschüttert. Besonders häufig seien sie angeblich aus dem Fenster gestürzt, was inzwischen zu einem Symbol des heutigen Russlands geworden sei. Die dritte Form sei die physische Flucht aus dem Land. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs haben Hunderttausende Russland verlassen – von einfachen Bürgern bis hin zu Unternehmern, Beamten und Angehörigen der Sicherheitsdienste, lesen wir.

Die öffentliche Flucht von Kreml-Beamten gelte für Putin als besonders gefährlich, schreibt Kazimierczak abschließend im Tagesblatt. Jeder solche Fall untergrabe das Bild vollständiger Kontrolle und Stabilität, das russische Propaganda seit Beginn des Krieges zu vermitteln versuche.

biznesalert: SAFE-Program auf gut Glück. Ohne Preis, ohne Zustimmung, ohne Sinn
Polen nimmt den größten Kredit seiner Geschichte auf. Fast 44 Milliarden Euro für Rüstung im Rahmen des SAFE-Programms der EU. Was genau gekauft werden soll, bleibe geheim. Zudem habe der Präsident dem nicht zugestimmt. Sicher sein soll es dennoch. Na ja, vielleicht, schreibt das Online-Portal biznesalert. Regierungsvertreter sprechen seit Monaten von einem Zinssatz von rund 3 Prozent. Dabei wirken sie, als hätten sie gerade den „Jahrhundert-Hypothekenkredit“ ausgehandelt. Günstig, solide, sicher, lesen wir. Nach Angaben des Portals sei die Realität jedoch weniger attraktiv. Der Zinssatz sei nämlich variabel. Wie hoch er in 2, 15 oder 40 Jahren sein werde, sei schließlich unklar. Der Kauf einer Katze im Sack wirke dagegen transparent, heißt es. Dort wisse man wenigstens, dass im Sack eine Katze steckt. Wofür soll das Geld ausgegeben werden? Leider wüsste man auch das nicht.

Die Regierung habe eine Liste von 139 Rüstungsprojekten auf fast 300 Seiten erstellt und sie umgehend als geheim eingestuft. Angeblich aus Sorge vor Russland, heißt es weiter. Moskau beobachte ohnehin seit drei Jahren jede Bewegung der NATO-Streitkräfte – per Satelliten, durch Nachrichtendienste und über soziale Medien polnischer Soldaten, die dem Blatt nach Fotos auf Instagram veröffentlichen. Das eigentliche Geheimnis der vertraulichen Liste sei viel einfacher: Es würde zeigen, wie viel einzelne Hersteller an den Aufträgen verdienen und welche Staatsunternehmen den größten Anteil am Kuchen erhalten.


In jedem anderen Land hätte eine solche Handhabung des Kredits bereits eine Untersuchungskommission ausgelöst, heißt es weiter. Polen hat bei der Europäischen Kommission einen Antrag auf das Darlehen gestellt, noch bevor das Programm zur Entwicklung der Streitkräfte unterzeichnet wurde, auf dessen Grundlage dieser Antrag angeblich erstellt worden sei.

Ein normaler Mensch nehme einen Hypothekenkredit auf, nachdem er eine Wohnung gefunden hat – oder zumindest gleichzeitig. Nicht drei Monate bevor er überhaupt anfängt, über eine Immobilie nachzudenken, überzeugt das Online-Blatt. Die Regierung aber halte diese Reihenfolge offenbar für bloßen Formalismus. Erst das Geld. Dann der Plan für das Geld. Die Details sollen später ausgearbeitet werden. Am 11. Februar hat die Regierung den Gesetzentwurf verabschiedet. Am selben Tag ging er in die Parlamentsausschüsse. Zwei Tage später wurde er vom Sejm beschlossen. Würden Krankenhäuser so effizient arbeiten, wären die Warteschlangen beim Onkologen noch in diesem Jahr verschwunden, lesen wir.

Am 12. März hat zudem der Präsident in einer Ansprache sein Veto gegen das Gesetz eingelegt. Seine Argumente könne man teilen oder ablehnen. Die Regierung aber habe sich nicht für den Weg einer Debatte entschieden. Sie habe den Plan B gewählt – die Umsetzung des SAFE-Programms ohne Gesetz, unter Umgehung des Vetos des Staatsoberhaupts, so das Portal. Es sei dieselbe Regierung, die den Polen zwei Jahre lang eingeredet hatte, dass Rechtsstaatlichkeit die Grundlage der Demokratie sei und das Umgehen von Institutionen einen Angriff auf den Rechtsstaat darstelle. Jetzt verkünde sie ruhig, dass genau diese Institutionen umgangen würden. Aus Gründen der nationalen Sicherheit. Aus Dringlichkeit. Aus Staatsräson, urteilt biznesalert am Schluss.

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