Deutsche Redaktion

Sikorski warnt vor möglicher russischer Aggression bis 2030

24.03.2025 11:26
Russland könnte sich langfristig auf eine breitere Aggression vorbereiten. Davor hat Polens Außenminister Radosław Sikorski gewarnt. 
Radosław Sikorski
Radosław SikorskiShutterstock

„Derzeit ist Russland nicht in der Lage, allein gegen die Ukraine zu gewinnen. Doch wenn es deren industrielles und menschliches Potenzial oder die Armee übernehmen würde, würde sich das Kräfteverhältnis ändern“, sagte Sikorski am Montag im polnischen Radiosender TOK FM. Deshalb müsse sich der Westen auf die Möglichkeit einer russischen Offensive bis zum Ende des Jahrzehnts einstellen.

Sikorski reagierte damit auf eine Äußerung des britischen Premierministers Keir Starmer. In einem Interview mit der New York Times erklärte Starmer, er traue Wladimir Putin nicht, da er sicher sei, dass dieser die Ukraine wehrlos machen wolle, um eine weitere Invasion zu ermöglichen.

„Russland ist derzeit nicht in der Lage, allein gegen die Ukraine zu gewinnen, weshalb es nicht sofort zu einer breiteren Offensive bereit wäre. Aber wenn die Ukraine zur Kapitulation gezwungen würde – wenn Russland beispielsweise die industriellen und personellen Ressourcen der Ukraine übernehmen und sich die größte Armee auf unserer Seite Europas, die ukrainische Armee, einverleiben würde – dann würde sich diese Rechnung ändern“, sagte Sikorski. „Deshalb müssen wir uns auf Russlands Fähigkeit zur Aggression bis zum Ende des Jahrzehnts vorbereiten“, fügte er hinzu.

Gleichzeitig äußerte Sikorski die Hoffnung auf Fortschritte in den laufenden Verhandlungen zwischen den USA, der Ukraine und Russland in Saudi-Arabien. „Die Ukraine kämpft und hat Verbündete, darunter die EU und Polen“, betonte er. Ziel müsse es sein, dass die Ukraine als souveräner Staat überlebt und die Kontrolle über ihr Territorium behält.

Am Sonntag hatten sich Delegationen der USA und der Ukraine in Riad zu Gesprächen getroffen. Laut dem ukrainischen Verteidigungsminister Rustem Umerow seien diese „konstruktiv“ verlaufen. Im Mittelpunkt standen Sicherheitsfragen und der Schutz kritischer Infrastruktur. Am Montag sollten dort auch Gespräche zwischen den USA und Russland stattfinden.


PAP/jc

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