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Mehr als 150 Tote nach Flutkatastrophe in Nepal – Hunderte vermisst

27.08.2026 07:02
Nach schweren Überschwemmungen und Erdrutschen im Norden Nepals ist die Zahl der Todesopfer auf mehr als 150 gestiegen. 95 Leichen wurden bislang geborgen, Hunderte Menschen gelten noch als vermisst.
Unter den Vermissten sind mehr als 100 Inder, 54 US-Amerikaner und 33 Briten. Das betroffene Gebiet im Distrikt Rasuwa ist besonders bei Pilgern und Trekking-Touristen beliebt.
Unter den Vermissten sind mehr als 100 Inder, 54 US-Amerikaner und 33 Briten. Das betroffene Gebiet im Distrikt Rasuwa ist besonders bei Pilgern und Trekking-Touristen beliebt.REUTERS/Stringer

Unter den Vermissten sind mehr als 100 Inder, 54 US-Amerikaner und 33 Briten. Das betroffene Gebiet im Distrikt Rasuwa ist besonders bei Pilgern und Trekking-Touristen beliebt.

Nach ersten Erkenntnissen könnte ein Erdbeben eine Lawine ausgelöst haben, die eine gewaltige Flutwelle ins Tal schickte. Besonders schwer betroffen seien die Orte Syaprubesi und Timure, in denen insgesamt etwa 50.000 Menschen leben. „Es gibt Berichte, dass ganze Dörfer ausgelöscht worden sind“, sagte der Distriktchef Narendra Pariyar der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Behörden forderten Bewohner entlang des Flusses Bhote Koshi auf, sich in höher gelegene Gebiete zu begeben. Die Flut zerstörte nach Angaben des Wasserministeriums unter anderem Straßen, Brücken und Wasserkraftwerke. Dadurch fiel in weiten Teilen der Region der Strom aus.

Ministerpräsident Balendra Shah schickte Soldaten, Polizisten und Rettungskräfte in das Katastrophengebiet. Die Suche nach Vermissten wird durch die schwer zugängliche Bergregion erschwert.

Auch im benachbarten Tibet wurden Opfer gemeldet. Chinesischen Staatsmedien zufolge starben im Kreis Gyirong drei Menschen, 265 weitere wurden vermisst. Aufnahmen des chinesischen Staatsfernsehens zeigten eine Flut aus Wasser und Schlamm, die Gebäude an einem Grenzübergang traf.

Das polnische Außenministerium erklärte unterdessen, es gebe bislang keine Hinweise auf polnische Opfer. Der polnische Konsul in Neu-Delhi und der Honorarkonsul in Kathmandu verfolgten die Entwicklung.

Der Bhote-Koshi-Fluss hatte bereits im vergangenen Jahr eine schwere Überschwemmung verursacht. Damals kamen neun Menschen ums Leben, 24 weitere wurden vermisst. Zudem wurde die Freundschaftsbrücke zwischen Nepal und China zerstört, wodurch der Grenzhandel monatelang beeinträchtigt wurde.


REUTERS/IAR/jc