Deutsche Redaktion

USA verhängen Strafzölle auf EU-Produkte – Brüssel kündigt Gegenmaßnahmen an

03.04.2025 06:59
US-Präsident Donald Trump hat per Dekret neue Strafzölle auf Importe aus der Europäischen Union und anderen Ländern verhängt. Für Waren aus der EU gilt künftig ein Zuschlag von 20 Prozent, während Großbritannien mit einem reduzierten Satz von 10 Prozent belegt wird.
Kommissionsprsidentin Ursula von der Leyen betont, Europa habe den Handelsstreit nicht angefangen. Aber: Wir haben die Kraft zurckzuschlagen.
Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betont, Europa habe den Handelsstreit nicht angefangen. Aber: „Wir haben die Kraft zurückzuschlagen.”PAP/EPA/RONALD WITTEK

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete die US-Zölle als „drastische Maßnahme mit weltweiten Folgen“. Die EU werde ihre Interessen schützen und bereite weitere Gegenmaßnahmen vor, sollte es zu keiner Einigung mit Washington kommen, sagte sie in Brüssel. „Unsere Einheit ist unsere Stärke“, betonte von der Leyen.

Vergangene Woche heizte Trump den Handelskrieg weiter an, indem er Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf Autoimporte ankündigte. Sie sollen ab Donnerstag für alle Autos gelten, die nicht in den USA produziert werden. Die EU und andere Länder kündigten Gegenmaßnahmen an.

„Wir wollen nicht unbedingt zurückschlagen, aber wenn es notwendig wird, haben wir einen starken Plan, um zurückzuschlagen“, sagte von der Leyen im EU-Parlament. Europa verfüge über „alle Mittel«” um „die Menschen in Europa und unseren Wohlstand zu schützen”, versicherte die Kommissionspräsidentin.

„Millionen Bürger werden höhere Rechnungen für Lebensmittel zahlen müssen. Medikamente werden teurer, ebenso wie der Transport. Die Inflation wird steigen. Alle Unternehmen, ob groß oder klein, werden vom ersten Tag an leiden – von großer Unsicherheit über Störungen in den Lieferketten bis hin zu belastender Bürokratie. Die Kosten für Geschäfte mit den Vereinigten Staaten werden drastisch steigen. Zudem scheint in diesem Chaos keine Ordnung zu herrschen.”

Nach Angaben des Weißen Hauses tritt der allgemeine Zollsatz von 10 Prozent am 5. April in Kraft. Ab dem 9. April sollen für Länder mit hohen Handelsdefiziten, darunter China und die EU, zusätzliche Abgaben von bis zu 34 Prozent erhoben werden. Kanada und Mexiko sind von den neuen Maßnahmen ausgenommen.

Von den Strafzöllen betroffen sind unter anderem Stahl, Aluminium und Automobile. Für weitere Waren wie Kupfer, Medikamente und Halbleiter sind zusätzliche Zollerhöhungen geplant.


PAP/jc 

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