Eine polnische Familie einer Holocaust-Überlebenden steht kurz vor der Wiedererlangung eines wertvollen Rings. Der Weißmetallring gehörte Janina Adach. Janina wurde im Alter von 20 Jahren während des Zweiten Weltkriegs nach Majdanek deportiert, wo ihr von den SS-Wachen alle Besitztümer, einschließlich des Rings, abgenommen wurden. Später wurde sie nach Ravensbrück und schließlich in das ehemalige Konzentrationslager Neuengamme verlegt. Nach dem Krieg ließ sich Janina in Schweden nieder.
Die Suche nach ihren Nachkommen wurde vor zwei Jahren von der Gruppe "Śladami przeszłości - Radom" (Spuren der Vergangenheit - Radom) gestartet. Die Gruppe berichtete auf Facebook über die Entdeckung von Janinas Tochter, Carina Hugosson, in Schweden. „Die Wiedervereinigung mit dem Ring steht kurz bevor“, informierte die Gruppe.
Eine entschiedenen Rolle spielten dabei die Arolsen Archives, ein internationales Zentrum für NS-Verfolgung. Die Organisation, die sich der Digitalisierung von Dokumenten widmet, besitzt etwa 2.500 persönliche Gegenstände von ehemaligen Häftlingen deutscher Konzentrationslager. Seit dem Start der Kampagne "Stolen Memories" ("Gestohlene Erinnerung") im Jahr 2016 wurden Hunderten von Familien bereits Erinnerungsstücke zurückgegeben, unterstützt durch Freiwillige aus verschiedenen Ländern.
Die Arolsen Archives setzen sich aktiv für die Rückgabe von persönlichen Erinnerungsstücken an die Familien der Opfer des Nationalsozialismus ein.
Quellen: PAP/TFN/jc