Deutsche Redaktion

Deutsche Koalitionsgespräche werfen Fragen auf

27.02.2025 10:09
Die Bildung einer neuen deutschen Regierung wirft Fragen zur Migrationspolitik Berlins auf. Laut Prof. Krzysztof Koźbiał von der Jagiellonen-Universität werden über 220.000 Ausländer Deutschland verlassen müssen. Wieviele davon werden nach Polen gelangen?
Fnfundsiebzig Prozent der Polen lehnen die Aufnahme von Migranten ab, 20 Prozent sind dafr. Die Untersttzung fr die Aufnahme von Migranten ist in der Altersgruppe der ber 60-Jhrigen am grten.
Fünfundsiebzig Prozent der Polen lehnen die Aufnahme von Migranten ab, 20 Prozent sind dafür. Die Unterstützung für die Aufnahme von Migranten ist in der Altersgruppe der über 60-Jährigen am größten. Fishman64/Shutterstock

INTERIA.PL: Deutsche Koalitionsgespräche werfen Fragen auf

Die Bildung einer neuen deutschen Regierung wirft Fragen zur Migrationspolitik Berlins auf. Laut Prof. Krzysztof Koźbiał von der Jagiellonen-Universität werden über 220.000 Ausländer Deutschland verlassen müssen.

Der voraussichtliche künftige Bundeskanzler Friedrich Merz und der bald scheidende Olaf Scholz trafen sich am Dienstag im Kanzleramt in Berlin. Thema des Gesprächs war die Bildung einer Koalitionsregierung. Dies wirft die Frage nach der Migrationspolitik der neuen Bundesregierung auf, berichtet das Portal Interia.

Das Thema Migration war eines der Hauptthemen im Wahlkampf. Es wird erwartet, dass die deutsche Migrationspolitik restriktiver gestaltet wird. So sollten zum Beispiel Menschen, die ohne ausreichende Gründe in Deutschland sind, zurückgeschickt werden. Man schätzt, dass etwa 220.000 dieser Menschen Deutschland verlassen müssen. Dies bezieht sich auf den aktuellen Stand, erklärt Prof. Krzysztof Koźbiał, Dozent an der Jagiellonen-Universität. Einige von ihnen könnten auch in Polen landen, fügt der Experte hinzu.

Auf die Frage, welcher Anteil der Migranten in Polen landen könnte, antwortet Prof. Koźbiał, dass es etwa 20.000-30.000 Menschen sein könnten, die die Grenze illegal überquert haben. Polen sei das Land gewesen, das diese Menschen zuerst aufgenommen habe. Wie der Leiter des Lehrstuhls für Mitteleuropa-Studien der Jagiellonen-Universität betont, seien die Abschiebungen eine Perspektive von mehreren Monaten. Wenn es überhaupt passieren werde, und das werde es wahrscheinlich, da es eines der Hauptthemen im Wahlkampf war, so wird es schwierig sein, dieses Thema zu umgehen, erklärt Prof. Koźbiał. 

SUPER EXPRESS: Karol Nawrocki verliert gegen Slawomir Mentzen – PiS bleibt gelassen 

In den letzten Wochen haben die Umfragen vor den Wahlen gezeigt, dass der von der PiS unterstützte Karol Nawrocki noch nicht die Unterstützung erreicht hat, die die Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) selbst verzeichnet. Dagegen hat der Kandidat der erzkonservativen Konföderation, Slawomir Mentzen, der in den Umfragen an dritter Stelle liegt, deutlich an Zustimmung gewonnen.

„Sorgt diese Information nicht für Panik in der Partei Recht und Gerechtigkeit?“ fragt das Blatt Super Express. Die Politiker der Partei gehen das Thema jedoch gelassen an und dämpfen die Emotionen. Man könne sagen, dass es eine gewisse Stagnation gebe, aber es sei keineswegs so, dass es sich nicht um eine gut durchdachte Strategie handele. „Es sei notwendig, ein gewisses Niveau zu halten, um im richtigen Moment 'aufzuspringen’“, so ein PiS-Politiker.

„Man könne den Wahlkampf nicht die ganze Zeit auf Hochtouren laufen lassen, da man sonst bis Mai ausgebrannt wäre. Gerade dann braucht man die meiste Energie und die besten Ideen“, fügt ein anderer Politiker hinzu.

Die Partei geht davon aus, dass die Programmkonferenz von Karol Nawrocki, die für diesen Sonntag in Szeliga bei Warschau angesetzt ist, ein Wendepunkt sein wird, stellt Super Express fest. 

DZIENNIK/GAZETA PRAWNA: Israeli Yarin Shyovitz könnte für Polen spielen 

Yarin Shyovitz gilt als einer der talentiertesten israelischen Fußballspieler der jungen Generation. Der 19-Jährige steht beim niederländischen Verein Heerenveen unter Vertrag und hat bereits für die Jugendnationalmannschaft seines Landes gespielt. Doch er schließt nicht aus, in Zukunft für die polnische Nationalmannschaft zu spielen, berichtet Dziennik/Gazeta Prawna in ihrem Sportteil.

Shyovitz hat polnische Wurzeln. Seine Großmutter, Sara Mlawer, lebte mit ihrer Familie in Stettin und wanderte nach dem Zweiten Weltkrieg nach Israel aus. „Meine Großmutter führte mich in die polnische Kultur ein und wollte, dass ich das Land besser kennenlerne, falls ich es jemals besuchen möchte. Ich war noch nie in Polen, aber ich fühle mich diesem Land verbunden“, sagt der Fußballer.

Der 19-Jährige ist in Israel als großes Talent bekannt und wurde bereits in die Jugendnationalmannschaft des Landes berufen. Doch er geht nicht davon aus, dass er für sein Heimatland spielen wird. Der defensive Mittelfeldspieler schließt jedoch nicht aus, auch für die polnische Nationalmannschaft zu spielen. „Die polnische Nationalmannschaft ist eine der besten der Welt. Wenn sich die Möglichkeit ergibt, für Polen zu spielen, würde ich das ernsthaft in Betracht ziehen“, erklärt Shyovitz.

Shyovitz stand sogar kurz vor einem Wechsel nach Polen: „Mein Agent stand in Kontakt mit Legia, doch er entschied, dass ich nach Heerenveen wechseln würde. Es gab viele Transfermöglichkeiten in Europa, aber im Sommer 2023 dachte ich, dass Heerenveen die beste Wahl für mich war“, verriet der Spieler in Dziennik/Gazeta Prawna.


Autor: Jakub Kukla

Politisches Kalkül oder wirtschaftliche Bedürfnisse: Die Crux mit der Migration

20.02.2025 13:46
Wie soll man mit Migration umgehen? Darüber hat Jakub Kukla mit Malwina Talik vom Institut für den Donauraum und Mitteleuropa gesprochen.