Die polnische Ministerin für Finanzen und Regionalpolitik, Katarzyna Pełczyńska-Nałęcz, hat eine Sondersteuer auf übermäßige Bankgewinne vorgeschlagen. Damit sollte die Finanzierung der Landesverteidigung und wichtiger sozialer Initiativen gesichert werden. In einem Interview mit dem Magazin „Puls Biznesu“ erklärte Pełczyńska-Nałęcz, polnische Banken würden Rekordgewinne erzielen, indem sie hohe Kreditzinsen verlangen. Gleichzeitig würden sie aber niedrige Renditen auf Sparguthaben bieten, was die finanzielle Ungleichheit vertiefe.
„Die Banken in Polen machen derzeit außerordentliche Gewinne, und es gibt so etwas wie eine Übergewinnsteuer. Sie kann für ein Jahr eingeführt und bei Bedarf verlängert werden. Die Tschechen, Italiener und Spanier haben ähnliche Maßnahmen ergriffen, und Polen sollte in der aktuellen geopolitischen Lage dasselbe tun“, sagte sie.
Ministerin Pełczyńska-Nałęcz zufolge könnten mit den Einnahmen aus dieser Steuer Verteidigungsausgaben oder wichtige öffentliche Dienstleistungen wie das Gesundheitswesen finanziert werden.
In einem Gespräch mit dem polnischen Rundfunk betonte sie, der Bankensektor werde sich wahrscheinlich dagegen wehren. Eine entschlossene Politik könnte eine solche Steuer jedoch umsetzen. Dasselbe sei auch bei dem jüngsten Gesetz über die Transparenz von Immobilienpreisen gelungen, erklärte Pełczyńska-Nałęcz.
IAR/pulsbiznesu/ps