Ein polnischer Journalist, der für die Deutsche Presse-Agentur in Myanmar arbeitet, ist von Einsatzkräften im Zentrum des Landes festgenommen worden. Robert Bociaga wurde Berichten zufolge am Donnerstag in Taunggyi, der Hauptstadt des Shan-Staates, von Soldaten festgenommen. Wie ein Journalist der burmesischen Khit Thit Media informierte, wurde der 32-Jährige "geschlagen und schwer verletzt”.
Die Deutsche Presse-Agentur hat derzeit keinen Kontakt zu Bociaga. Das polnische Außenministerium, sowie der polnische Konsul in Thailand und der deutsche Konsul in Myanmar, haben die Verhaftung des polnischen Journalisten bestätigt.
Nach einem Putsch Anfang Februar gehen burmesische Sicherheitskräfte nicht nur gegen Demonstranten, sondern auch gegen Journalisten mit Gewalt vor. Viele lokale Reporter wurden bereits festgenommen, und vor einigen Tagen hat die neue Militärjunta die Lizenzen mehrerer großer Medienunternehmen widerrufen.
Am Donnerstag wurden mindestens 12 Menschen von der regierenden Junta getötet. Das polnische Außenministerium hat im Fall des polnischen Journalisten bekannt gegeben, dass "alle Anstrengungen unternommen wurden, um den Häftling zu kontaktieren, um ihm zu helfen und Informationen über seinen Gesundheitszustand und seine rechtliche Situation zu erhalten."
Der Pole war am 27. Februar zusammen mit anderen Journalisten festgenommen worden, als er in der größten Stadt Yangon (früher: Rangun) über eine Demonstration gegen den Putsch berichten wollte. Ihm werde ebenso wie den anderen Festgenommenen vorgeworfen, gegen ein Gesetz zur öffentlichen Ordnung verstoßen zu haben. Darauf stehen den Angaben zufolge bis zu drei Jahre Haft.
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